17.05.2018
Pflegeberuf attraktiver machen

MdL Dr. Leopold Herz, Freie Wähler nahm den Internationalen Tag der Pflege zum Anlass, einen Wohnbereich Demenz in einer Senioreneinrichtung in Kempten zu besuchen.

Dabei sprach er sowohl mit den Bewohnern wie auch mit dem Pflegepersonal. Die Anzahl der Demenz-Betroffenen ist in den letzten fünfzehn Jahren drastisch angestiegen und wird in Zukunft in den Einrichtungen zur Seniorenbetreuung, auch im Zuge des demografischen Wandels stets ansteigen. Deshalb ist es dringend notwendig, die konzeptionelle und strukturelle Ausrichtung den Bedürfnissen der dementen Menschen anzupassen. Demenzkranke sind häufig unruhig und schwer unter Kontrolle zu halten, laufen weg oder auch belästigen sie andere Heimbewohner, wie MdL Dr. Herz vom Pflegepersonal berichtet wird. Deshalb bedarf es einer intensiven Zuwendung des Pflegepersonals um eine sinnvolle, individuelle Betreuung und Beschäftigung der Bewohner zu gewährleisten. Auch die Unterstützung der Angehörigen - nicht nur zu Hause, sondern auch bei deren Besuchen im Wohnheim - ist bei der Pflege von dementiell veränderten Menschen notwendig.

Doch es ist fünf vor zwölf, denn Pflegepersonal fehlt sowohl bei ambulanten Pflegediensten, im Krankenhaus und auch in der stationären Altenpflege seit Jahren. Bis zum Jahr 2030 werden dies bayernweit rund 50.000 Fachkräfte sein, die im Gesundheitswesen fehlen. MdL Dr. Herz fordert umgehend ein Gesamtkonzept, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Dazu gehört eine verbindliche und ausreichende Personalbemessung, verlässliche, planbare Arbeitszeiten zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Lebenssituation, eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung und nicht zuletzt eine angemessene Entlohnung. Dies ist nur mit einer auskömmlichen Finanzierung möglich. Aus diesem Grund setzt sich MdL Dr. Herz und seine Landtagskollegen für eine grundlegende Neuordnung der gesetzlichen Pflegeversicherung ein - verbunden mit der Errichtung einer Pflegekammer in Bayern. Vor allem durch die Ausweitung der Einnahmen muss die Pflegeversicherung auf eine solide und nachhaltig gesicherte finanzielle Basis gestellt werden. MdL Dr. Herz wird sich dafür einsetzen, damit die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Schließlich geht Pflege uns alle an - früher oder später, sagt MdL Dr. Herz.