01.10.2018
Lehrermangel an Grund- und Mittelschulen und Berufsschulen

Beim Besuch verschiedener Schulen im Allgäu erfährt MdL Dr. Leopold Herz, Freie Wähler und Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultus immer wieder, dass zu es zu wenig Lehrkräfte gibt und zu Unterrichtsausfällen kommt. Deshalb hat er eine Anfrage an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus gestellt und den aktuellen Stand hinterfragt.

Nach Aussage des Ministeriums sind alle Grund-, Mittel- und Förderschulen im Schuljahr 2018/2019 mit dem Pflichtunterricht versorgt und auch Maßnahmen zur Sprachförderung und zusätzliche Arbeitsgemeinschaften sind gewährleistet. Darüber hinaus stehen an den staatlichen Grund- und Mittelschulen die sogenannte „Mobile Reserve“ zur Verfügung, um kurzfristig und langfristig auftretende Vertretungsfälle aufzufangen. Bayernweit sind das derzeit insgesamt 2.447 Vollzeitlehrerstellen, d. h. 50 Vollzeitkapazitäten mehr als im Vorjahr. Den Einsatz koordinieren im Bedarfsfall die jeweiligen Schulämter. Das sind im Allgäu, Kempten, Oberallgäu, Lindau, Kaufbeuren, Ostallgäu, Memmingen und Unterallgäu. MdL Dr. Herz fordert eine 110 %ige Lehrerversorgung an den Schulen. Nur so kann der geregelte Schulablauf sichergestellt und einem drohenden Unterrichtsausfall vorgebeugt werden.

Problematisch, so MdL Dr. Herz sind auch Schulen mit unbesetzten Schulleiterstellen bzw. fehlenden Rektoren wie dies beispielsweise an der Grundschule Kempten Heiligkreuz und auch an der Grundschule Burgberg der Fall ist. Auch wenn diese Schulen vorläufig durch Rektoren anderer Schulen mit geleitet werden, so ist hier schnellstens Ersatz erforderlich. Für die Schulleiterstellen an Grundschulen ist es dringend erforderlich, so MdL Dr. Herz, dass diese attraktiver gestaltet werden und den Schulleitern eine höhere Stundenanzahl für die organisatorischen Tätigkeiten eingeräumt wird und die Bezahlung der Aufgabe angemessen erhöht wird.

Im Schuljahr 2017/2018 haben in Bayern 522 Realschul- und Gymnasiallehrer die Maßnahmen der Zweitqualifizierung für die Grund- und Mittelschulen abgeschlossen. „Ich gehe nicht davon aus, dass diese zusätzlichen Lehrkräfte ausreichen, um den Lehrermangel an den Grund- und Mittelschulen zu beheben und die Engpässe in der Unterrichtsversorgung zu beseitigen, so MdL Dr. Herz

An den staatlichen Berufsschulen gibt es zwar zum Schuljahr 2018/2019 ausreichend Stellen und Mittel. Allerdings fehlen in einigen beruflichen Fachrichtungen qualifizierte Lehrer, so beispielsweise in der Elektro-, Metall- und Bautechnik sowie in der Agrarwirtschaft. Im Bereich der Berufsschule Lindau konnten die ausgeschriebenen Planstellen nicht besetzt werden. Obwohl dies bekannt war, werden erst jetzt Maßnahmen zum Quereinstieg für das Lehramt an beruflichen Schulen erweitert, wie in der Elektro- und Metalltechnik. Neue Sondermaßnahmen für die Bautechnik und Agrarwirtschaft sind ebenfalls geplant. Das Ministerium hebt hervor, dass zumindest die Sondermaßnahmen mit Gymnasial- und Realschullehrkräften für die Flüchtlingsbeschulung und die Maßnahmen für Quereinsteiger im Bereich der beruflichen Schulen zu höheren Einstellungen auf Planstellen beigetragen. MdL Dr. Herz sieht auch hier ein Problem in der Personalpolitik.

Wir brauchen dringend Lehrkräfte, so MdL Dr. Herz. Das ist angesichts des gravierenden Mangels an einigen Schularten, der immer noch zu großen Klassen an Bayerns Schulen sowie den zahlreichen Herausforderungen, wie der stärkeren Individualisierung von Lernangeboten sowie einer inklusiven und integrativen Ausrichtung aller Schularten unbestritten. Lehrkräfte haben zentrale Bildungs- und Erziehungsaufgaben und tragen damit zur Stabilität unserer Gesellschaft und zur Gestaltung unserer Zukunft bei. Deshalb ist es die Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dies zufriedenstellend zu organisieren, so MdL Dr. Herz.